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Josefitag

Hl. Josef, Seitenaltar d. Kirche Maria Himmelfahrt in Chieming, Foto: Josef Steiner
Hl. Josef, Seitenaltar d. Kirche Maria Himmelfahrt in Chieming

19. März

Josefi (bzw. der Josefitag) ist dem heiligen Josef von Nazareth gewidmet. Der Name stammt aus dem Hebräischen und bedeutet soviel wie "Gott möge hinzufügen". Deshalb findet man ihn in biblischen Kalendern auch als Josef den Vermehrer. Er ist unter anderem der Patron

  • der ganzen katholische Kirche
  • der Ehepaare und Familien, Kinder, Jugendlichen und Waisen
  • der Jungfräulichkeit
  • der Arbeiter, Handwerker, Zimmerleute, Holzhauer, Schreiner, Wagner, Totengräber, Ingenieure, Erzieher, Pioniere, Reisenden, Verbannten und Sterbenden

Er wird angerufen

  • bei Augenleiden
  • in Versuchungen und Verzweiflung
  • bei Wohnungsnot
  • für einen guten Tod

Der Josefstag wird seit dem 9. Jahrhundert als Festtag begangen. Papst Gregor XV. hat ihn zum allgemein gebotenen kirchlichen Feiertag erklärt. Bis 1968 war er gesetzlicher Feiertag in Bayern.

Bräuche zu Josefi

In Österreich wurden unverheiratete Mädchen an Josefi mit Blumen beschenkt, oft in Form eines Blumenkranzes, um auf die Bewahrung der Jungfräulichkeit zu verweisen.

Um Versuchungen standzuhalten, trugen Brautpaare, die enthaltsam leben wollten, Josefi-Ringe. Sie erinnern an die Verlobungsringe, die Joseph und Maria getragen haben sollen.

Junge Burschen genehmigten sich an Josefi die erste Biergartenmaß.

Auch Backwaren eigens für diesen Tag waren in Oberbayern üblich: Geflochtene Teigkränze, sog. Josefi-Kränze, galten als Symbol der Jungfräulichkeit. Und auch Josefi-Kiacherl wurden an Nachbarn und Verwandte verteilt.

Männer, die auf den Namen Josef getauft waren, erhielten früher verschiedene Vergünstigungen am 19. März, z. B. eine Bahnfreifahrt, freie Eintritte und freie Getränke. Bis heute dürfen Josefs an ihrem Namenstag gratis mit der Wendelsteinbahn fahren oder sich eine Freimaß auf Kloster Andechs abholen. Heimat- und Brauchtumsvereine veranstalten Josefi-Singen.

Bauernregeln zu Josefi

Wenn erst einmal Josefi is, 
endet auch der Winter gwiß.

Ist es an Josefi klar,
wird es ein fruchtbares Jahr.

Am Josefitag sollte der faulste Bauer auf seinem Acker sein.

Ist's am Josefstag schön, 
kann's nur gut weiter gehn.

Josefslied

(geistliches Lied der Deutschen aus Südosteuropa, Kludenbach 1987)

 

Josef, du Davids Sohn, o Helfer mein,
Mariä Bräutigam, lebst für das Gotteslamm, den Retter mein.

Josef, gerechter Mann, führe uns an.
Liebst das Kind väterlich, lass auch erkennen mich, was Liebe kann.

Sei unser Schutzpatron, vor allem Leid.
Bitte bei Gottes Thron, hilf uns zur Himmelskron, zur Seligkeit.

 

(Sänger- und Musikantenzeitung  2/90, Eva Bruckner und Ernst Schusser)

 

Quellen: www.brauchwiki.de/Josefi, Kreisheimatpflege