Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Nach der Palmprozession werden zu Hause die geweihten Palmzweige nach altem Brauch und Glauben auf die Felder oder in den Garten gesteckt, das soll reiche Ernte bringen. Auch der Herrgottswinkel in der Stube wird mit ein paar Zweigen geschmückt.
Die Karwoche selbst wird als die Trauerwoche des Herrn bezeichnet. Auf öffentliche Feste oder Feierlichkeiten soll verzichtet werden. Das Tanzverbot wird heute nur noch von kirchlichen Vereinen, Volkstanzgruppen und Trachtenvereinen eingehalten. Nur am Karfreitag gilt ein generelles Tanzverbot, teils eingeschränkt, in allen Bundesländern.
Raum für Neckereien gibt es im Brauchtum der Karwoche auch: Wer am Palmsonntag als letzter vom Schlaf aufsteht, der darf den ganzen Tag Palmesel genannt werden. Wer am Gründonnerstag am längsten liegen bleibt, ist die Speisfinsterglockn, am Karfreitag die Karfreitagsratschn, am Karsamstag die Karsamstagsschlampn, am Ostersonntag das Osterlampe (Osterlamm) und am Ostermontag das stinkende Ei.