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Gründonnerstag

In der Mundart wird der Gründonnerstag in unserer Gegend Speispfinsta genannt. An diesem Tag, dem Einsetzungstag der Eucharistie, wurden öffentliche Büßer früher von ihren Vergehen losgesprochen und aus ihren Kirchenstrafen entlassen. Damit durften sie wieder an der Gemeinschaft der Christen teilnehmen. (Schmeller I/1507). Als äußeres Zeichen, dass ihnen wieder Zutritt zur Kirche gewährt wurde, schmückte man die Gotteshäuser mit frischem Grün. Diese Praxis könnte den Ursprung des Namens Gründonnerstag erklären:

"Aus toten Gliedern der Kirche werden wieder lebende, 
aus dürren Zweigen wieder grüne."

Ein anderer Erklärungsansatz bezieht sich auf das althochdeutsche greinen für weinen. An diesem Tag erinnert die Kirche nämlich an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Traditionell wäscht der Priester zwölf Gemeindemitgliedern die Füße und bezieht sich damit auf das Johannesevangelium:

"Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war." (Joh 13,3-5)

"Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat." (Joh 13,14-16)

Am Gründonnerstag verstummen Orgel und Glocken nach dem Gloria. Am Ende des Gottesdienstes wird der Altar abgeräumt, Blumenschmuck und Kerzen werden entfernt.

Im Volksglauben werden den Eiern, die an diesem Tag von den Hühnern gelegt werden, magische Kräfte zugeschrieben. Sie wurden als Antlasseier (von "Ablass", in Bezug auf die Entlassung der öffentlichen Kirchenbüßer) bezeichnet und zur Speisensegnung am Ostersonntag mitgenommen. Sie sollen Haus und Hof vor Unheil und Unwettern schützen und der ganzen Familie Schutz und Segen bringen.

 

Quellen: www.katholisch.de, Kreisheimatpflege